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Pressemitteilung: Depression "Sebastian Deisler: ein Glücksfall für die Psychiatrie"

Pressemitteilung: Depression "Sebastian Deisler: ein Glücksfall für die Psychiatrie"

"Der offensive Umgang des Fußballstars Sebastian Deisler mit seiner depressivenErkrankung ist ein Glücksfall für alle, die an einer Depression leiden oder mit der Behandlung dieser Erkrankung befaßt sind. Daß er seine Erkrankung öffentlich gemacht hat und auch sein stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik nicht verheimlicht wird vielen Menschen Hifsmöglichkeiten aufzeigen." Diese Ansicht hat der Amberger Nervenarzt Dr. Walter Scharl als Mitglied des Aerzteverbundes Oberpfalz gegenüber unserer Zeitung geäußert.

Selten seien in den letzten Jahren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, besonders aber auch die gute Prognose depressiver Störungen in einer solch breiten Öffentlichkeit diskutiert worden. Gerade jetzt in den Herbstmonaten nehme die Anzahl depressiver Erkrankungen in seiner Praxis zu und täglich erfahre er, wie schwer es vielen Menschen falle, professionelle Hilfe zur Bewältigung der Erkrankung zu suchen und anzunehmen. Um so wichtiger sei es zu wissen, daß als Ursache von Depression nicht nur eine Häufung äußerer Belastungsfaktoren sondern immer auch eine genetische Disposition zu einer Stoffwechselstörung eine wesentliche Rolle spiele. Durch die offene Diskussion von Deislers Erkrankung würden solche Erkenntnisse transparent.

Die Bedeutung einer konsequenten Behandlung von Depressionen werde an der Zahl von 12000 Selbstmorden deutlich, die jährlich in Deutschland begangen werde. Häufigste Ursache dieser Selbsttötungen seien mit Abstand unbehandelte Depressionen. Vergleichsweise gering sei der Anteil an Suiziden als Reaktion auf einschneidende Lebensereignisse oder chronische Belastungen.

Im Rahmen einer Untersuchung des "Nürnberger Bündnis gegen Depression" habe sich gezeigt, daß durch gezielte Öffentlichkeitsinformation über Depression und Hilfsangebote eine Reduktion der Suizidrate erreichbar war. Vor allem den Menschen im nächsten Umfeld komme eine wesentliche Rolle bei der Erkennung und Vermeidung von Suizidalität zu. Sie würden die Depression ihres Angehörigen oder Freundes oft als Erste wahrnehmen, oft falle es aber gerade ihnen schwer dies aktiv anzusprechen und zu einer ärztliche Abklärung zu raten. Das Gespräch gerade über Selbstmordgedanken würde von Betroffenen oft als Erleichterung erlebt. Im Falle von Sebastian Deisler sei die klare und entschlossene Hilfestellung durch den Trainer und den Manager bei der Einleitung einer Behandlung beispielhaft gewesen.

Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige in Amberg und Umgebung sind
in erster Linie die Hausärzte und Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie. Beratung bieten aber auch der Sozialpsychiatrische Dienst des Diakonischen Werkes und der Sozialdienst katholischer Frauen an.

Im Internet bietet das Kompetenznetz Depression, das von Prof. Hegerl in München geleitet wird, unter der Adresse www.kompetenznetz-depression.de Beratung für Betroffene und Angehörige auch im Rahmen eines Diskussionsforums unter fachlich kompetenter Moderation. An den psychiatrischen Bezirkskliniken Regensburg und Wöllershof finden sich in den Ambulanzen und im Notfall auch nachts kompetente Ansprechpartner zur Beratung in akuten Krisensituationen.

Patienteninformation "Wirbelsäulenoperation"

Patienteninformation "Wirbelsäulenoperation"

Lendenwirbelsäule

Verschiedene Verfahren im Überblick und deren Wertung

Die Wertung der einzelnen Verfahren berücksichtigt Veröffentlichungen im Deutschen Ärzteblatt und in Fachzeitschriften. Persönliche Einschätzungen werden aufgeführt.

Die meisten Bandscheibenvorfälle müssen nicht operiert werden.

Einige Grundbegriffe:

Wirbelsäulensegment: besteht aus zwei benachbarten Wirbeln mit ihren Wirbelgelenken und der dazwischen liegenden Bandscheibe.

Bandscheibe: besteht aus einem Faserring und einem Gallertkern.  Bei zunehmendem Schaden reduziert sich der Flüssigkeitsgehalt  ( im T2-MR/s. Bild unten/ ist dann der Kern nicht mehr hell = „schwarze Scheibe“, die Bandscheibe verliert an Höhe und der angrenzende Knochen der Wirbelkörper reagiert „entzündlich“.

Bandscheibenvorfall: Es werden die Protrusion und der Prolaps unterschieden.

Bei der Protrusion ist der Faserring noch erhalten, aber die Bandscheibe vorgewölbt. Beim Prolaps ist der Ring eingerissen und Material aus dem Kern dringt durch den Riss in den Ring oder weiter nach außerhalb der Bandscheibe. In beiden Fällen kann der vorbeilaufende Nerv gequetscht werden.

1. Bandscheibenoperation (kleiner Schnitt, ev. Mikroskop):
Geeignet für Protrusionen und Prolapse. 
Standardverfahren mit bisher von anderen Bandscheibeneingriffen nicht erreichter Erfolgsquote 70 –80 %. Rezidivrate (= erneuter Vorfall) ca. 10%.

2. Chemonukleolyse (Auflösung des Bandscheibenkerns):
Geeignet für Protrusionen. 
Unter Durchleuchtung oder im CT (Computertomogramm) wird eine Nadel in den Bandscheibenkern geschoben und meist  Kontrastmittel gegeben. In geeigneten Fällen kann man ein Eiweißauflösungsmittel (Enzym) in den Kern eingeben. Damit soll der Bandscheibengallertkern verringert werden und so die Bandscheibe schrumpfen. Allergiegefahr!
Erfolgsquote unter 70%

3. Bandscheibenabsaugung:
Hauptsächlich geeignet für Protrusionen.
Wie bei der oben beschriebenen Chemonukleolyse wird in den Bandscheibenkern eingegangen. Unter Spülung und Rotation eines Messers werden kleine Gewebspartikel entfernt.
Geringste Erfolgsquote der beschriebenen Methoden. Wird nur noch selten durchgeführt.

4. Laser-Therapie:
Wie unter 3. beschrieben wird in den Bandscheibenkern eingegangen. Der über ein Kabel eingeführte Laser entnimmt Gewebe aus dem Kern.
Die anfängliche Euphorie hat sich nicht bestätigt. Ergebnisse nicht so gut wie bei der offenen Operation.

5. Endoskopische Bandscheibenoperation:
Hierunter kann man sehr unterschiedliche Verfahren verstehen: die mit einem Endoskop geführte Operation über den üblichen „Fensterzugang“ einer Bandscheibenoperation, das Eingehen über das Nervenaustrittsloch zwischen zwei Wirbeln und die endoskopische Kontrolle einer mit der Hand geführten  Entfernung von Kerngewebe. Der Zugang ist wie unter 3. seitlich über eine kleinen Hautschnitt. In Studien konnten die endoskopischen Methoden keine besseren Ergebnisse als die offenen Methoden erreichen.

6. Bandscheibenverfestigungsverfahren über einen Katheter 
(Nukleoplastie, IDET)
Ähnlich wie unter 3. wird ein Katheter in den Bandscheibe eingeführt. Die Anwendung bestimmter Hitze-Temperaturen soll zu einer Verfestigung des Bandscheibenringgewebes  führen. Bisher keine durch akzeptable Studien belegten Ergebnisse.

7. Indirekte Bandscheibentherapien
Es werden Katheter in den Wirbelkanal geschoben und verschiedene Substanzen eingebracht, die eine Nervenwurzelentzündung reduzieren, die Nervenwurzel lösen und die Bandscheibenvorwölbung reduzieren sollen. Weder der Racz-Katheter noch die  Kathetermethode allein mit Kochsalzgabe haben bislang in akzeptablen Studien ihre Berechtigung gezeigt. Sie sind bisher als experimentell anzusehen. Der Effekt der Einbringung von Kortison über eine Nadel in den Wirbelkanal scheint belegt, hat aber oft nur kurzfristige Erfolge.

8. Der künstliche Ersatz des Bandscheibenkerns (Nukleus)
Nach Entfernung von Bandscheibenkernmaterial werden Bandscheibenkissen als Kunststoff oder nur Kunststoff in den Bandscheibenraum eingegeben. Damit soll eine Stabilisierung und Höhenzunahme der Bandscheibe erreicht werden. Ausreichende Ergebnisse liegen noch nicht vor.

9. Der vollständige Bandscheibenersatz mittel Prothese ( s. Bild unten)
Über eine Bauchschnitt wird die Bandscheibe nahezu komplett entfernt und eine Prothese bestehend meist aus Titanplatten mit einem Kunststoffkern eingebracht. Die Methode ist relativ aufwendig und nur auf stärkere Bandscheibenschäden mit entsprechendem schwerem Krankheitsbild zu beschränken.

10. Einbringung von Knorpelzellkulturen in die Bandscheibe
Die von Patienten gewonnenen Knorpelzellen werden außerhalb des Körpers gezüchtet und nach einer Bestimmten Zeit wieder in die Bandscheibe eingespritzt. Dadurch soll der weitere Verschleiß der Bandscheibe verhindert werden oder die Bandscheibe sogar wieder aufgebaut werden. Die bisher gezeigten Ergebnisse sind noch nicht überzeugend. Der Nachweis der Effektivität müsste noch  erbracht worden.

11. Versteifung des Bewegungssegments mit verschiedenen Verfahren
Die Bandscheibe und die benachbarten Wirbel werden versteift. Man kann nur die Bandscheibe versteifen z.B. durch Einsetzten von Röhrchen, die in der Bandscheibe aufgespreizt werden oder z.B. man bringt „Abstandshalter“ (Cages) in die Bandscheibe ein und verschraubt die benachbarten Wirbel (sicherste Versteifung). Bei stärkerem Wirbelgleiten ( meist ist der obere Wirbel gegenüber dem unteren vorgeschoben)wird man versteifen.

12. Erweiterung der Wirbelkanals
Der Wirbelkanal kann meist durch einen langjährigen Bandscheibenschaden mit in der Folge kräftiger werdenden Gelenken und Bändern und eine Bandscheibenvorwölbung eingeengt werden. Ist nur der seitliche Nervenkanal (Wurzelrezessus) eingeengt, kann man nur die darin verlaufende Nervenwurzel von der Einengung befreien. Ist der gesamte Kanal eingeengt muss man in unterschiedlichen Ausmaß den Gesamtkanal erweitern, meist durch Wegnahme von Wirbelbogenteilen oder dem ganzen Wirbelbogen und von Wegnehme des „gelben Bandes“
(Band zwischen den Wirbelbögen).

13. Thermokagulation an den Wirbelgelenken (Kryoverfahren ähnlich)
Bei Schmerzen, die von Wirbelgelenken ausgehen, kann nach vorheriger Testung mit einem örtlichen Betäubungsmittel der Schmerz vom Wirbelgelenk durch Thermokoagulation  genommen werden. Bei der Thermokoagulation wird in örtlicher Betäubung unter Röntgenkontrolle ein Nadel an das Wirbelgelenk geschoben. Durch die Erzeugung von Hitze (70 –80°) werden feinste Schmerzfasern verödet. Das hat mit den Nerven im Wirbelkanal nichts zu tun. 
 

Häufige Fragen:

1. Warum ist bei mir trotz Operation wieder ein Bandscheibenvorfall festgestellt worden?

Beim Prolaps  ist der Fasering gerissen. Durch diese Rissstelle = Schwachstelle können bei weiterer Schädigung erneut Teile des Bandscheibenkerns, die sich lösen, nach außen rutschen. Mit keiner Bandscheibenoperationsmethode (außer Prothese und Versteifung) kann dies völlig verhindert werden.

2. Es werden immer wieder neue Therapiemethoden angeboten, die angeblich beste Ergebnisse bei geringem Risiko hätten. Warum noch eine Operation?

Viele Methoden haben nicht das gehalten, was sie versprachen. Außerdem muss man wissen, welche Methode für welche Wirbelsäulenerkrankung  in Frage kommt. Vielfach haben die Anbieter bestimmter Methoden natürlich ein persönliches Interesse, die Ergebnisse geschönt darzustellen. Man muss neuen Methoden offen, aber auch kritisch gegenüberstehen.

3. Wo muss ich mich hinwenden, um optimal behandelt zu werden?

In Amberg werden gängige Operationsmethoden, aber auch neue Methoden, wie die Bandscheibenprothese, durchgeführt. Die Nachbehandlung ist zwischen Operateur und weiterbehandelnden Ärzten und Physiotherapeuten gut abgesprochen. Ein Anliegen des Ärzteverbunds und Physioverbunds Oberpfalz ist es, Kontakte zu intensivieren und Therapiestandards festzulegen.

4. Muss nach der Wirbelsäulenoperation immer eine stationäre Nachbehandlung erfolgen?

Nein. Eine Studie hat erbracht, dass die Ergebnisse der stationären und ambulanten Nachbehandlung gleich sind. Besprechen sie es mit ihrem Operateur.

5. Gehe ich bei Bandscheibenbeschwerden gleich zum Neurochirurgen?

Sie können durchaus zuerst zum Hausarzt, aber auch zum Orthopäden und Neurologen gehen. Dieser leitet die entsprechenden Schritte ein und wird sie bei Bedarf auch zum Neurochirurgen schicken. Der hiesige Ärzteverbund nimmt z. B. an einem Krankheitsbehandlungsprogramm für den Rückenschmerz teil.

Experten berichten über Früherkennung von Darmkrebs (pdf)

Experten berichten über Früherkennung von Darmkrebs (pdf)

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Gesundheitsreform und das Gesundheitsmodernisierungsgesetz

Gesundheitsreform und das Gesundheitsmodernisierungsgesetz

Die Gesundheitsreform und das Gesundheitsmodernisierungsgesetz führen im Alltag zu schlimmen Ergebnissen.

Seit Jahresbeginn sind die Gesundheitsreform und das GMG in Kraft getreten und es sollte die Wende für unser angeschlagenes Gesundheitssystem bringen. Der Alltag in den Praxen Ambergs und des Landkreises Amberg Sulzbach zeigt, dass diese Reform nicht annähernd die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann.

Die Verlierer sind die Armen und die kinderreichen Versicherten sowie die Schwerkranken.

Mit 10 € Praxisgebühr im Quartal jeweils für den Arztbesuch , den Zahnarztbesuch und eventuell für einen Bereitschaftsarzt am Wochenende kommt der Versicherte pro Quartal auf 30 €. Hier handelt es sich um eine versteckte Beitragserhöhung ohne soziale Abfederung.

Für verschreibungspflichtige Medikamente bezahlt der Versicherte zusätzlich eine höhere Zuzahlung als bisher. Frei verkäufliche Arzneimittel sind neuerdings bereits ab dem 13. Lebensjahr nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnungsfähig. Familien mit Kindern zwischen 13 und 18 Jahren haben dadurch eine enorme zusätzliche finanzielle Belastung. Das passt ganz und gar nicht in eine angeblich familienfreundliche Politik.

Bei Schwerkranken häuft sich innerhalb kurzer Zeit ein teilweise nicht zu bewältigender Zuzahlungsbetrag an. Die Rückerstattung ist organisatorisch kompliziert und für einen Schwerkranken ohne fremde Hilfe kaum machbar. Den Krankenkassen muss ein vollständiger Einkommens- und Vermögensstatus vorgelegt werden, eine unzumutbare Aufgabe, insbesondere für Alte und Schwerkranke. Die eventuell erteilte Befreiung gilt auch bei klarer Sachlage maximal für ein Jahr und verschlingt erhebliche Mittel in der Krankenkassenverwaltung.

Heimbewohner mit einem nur geringen Taschengeld oder Geringverdiener sind bereits im ersten Monat pleite und können keine weiteren Zuzahlungen leisten. Im Pflegebereich des Amberger Walmenich-Haus haben solche Patienten bereits Schulden bei ihren Krankenschwestern, die ihnen den Betrag aus Barmherzigkeit vorstrecken.

Schwerkranke bekommen nur noch bei wenigen definierten Krankheiten die Fahrt mit dem Taxi zum Arzt bezahlt. Auch hier muss die Genehmigung vorher bei den Kassen eingeholt werden. Wer nicht gehen kann und nicht genug Geld hat, muss auf den Arztbesuch ganz verzichten. 

Notwendige Arztbesuche werden aus Geldmangel nicht angetreten und Rezepte werden teilweise wutentbrannt wieder in die Praxen zurückgetragen, wenn das Geld für die Zuzahlung in den Apotheken fällig wird.

Fast 10 000 Medikamente gegen Grippe, Erkältungen, Schmerzen, Prostataerkrankungen, Koliken, Salben etc sind nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnungsfähig. Diese müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Als Reaktion auf die Apothekenberatungsgebühr von 8.10 ? haben sich die Preise von bisher günstigen Medikamenten massiv erhöht und belasten die Krankenkassen höher als bisher. 

Zu allem Überfluss plant die Selbstverwaltung der Ärzteschaft , die Bundes KV, zum 1.7.2004 eine neue Honorierung einzuführen. Werden die Pläne so umgesetzt, wie geplant, kann ein Arzt maximal 750 Patienten im Quartal behandeln, für weitere Patienten gibt es kein Honorar oder Medikamentenbudget. Dies bedeutet Rationierung des Zutritts zur ambulanten Medizin und Entlassung von Praxispersonal in den Arztpraxen. 

Dies alles hat mit einer Modernisierung oder einer Reform nichts zu tun. Die Versicherten sind die Leidtragenden und werden per Gesetz in dieses marode System gezwungen und müssen stetig fallende Leistungen und nicht sozial abgefederte Ausführungsbestimmungen akzeptieren. 

Es ist offensichtlich, dass bei der Vorbereitung der Reform Unternehmensberater und Experten ohne hinreichende praktische Erfahrung maßgeblich berücksichtigt wurden. Praktizierende Ärzte oder Ärzteverbünde wurden im Vorfeld nicht in den Entscheidungsprozess mit einbezogen . Leidtragende sind die Patienten und Praxen, die viele handwerkliche Fehler und Fehleinschätzungen ausbaden müssen. Wir fordern alle aufgezählten Punkte unverzüglich auszusetzen oder in Absprache mit der Ärzteschaft nachzubessern.

Darmkrebs Vorsorgeuntersuchung

Darmkrebs Vorsorgeuntersuchung

In Deutschland erkranken jährlich über 50 000 Menschen an Darmkrebs.

Beschwerden wie Stuhlunregelmäßigkeiten,sichtbares Blut im Stuhl, Bauchschmerzen oder Gewichtsabnahme treten erst sehr spät auf und kennzeichnen meist ein fortgeschrittenes Tumorstadium.

Bei Darmkrebs besteht die Möglichkeit noch einen Schritt vor Entstehen der Krebserkrankung einzugreifen: Mit der Vorsorgekoloskopie(Darmspiegelung). Dabei kann der Arzt mit dem Koloskop den gesamten Dickdarm betrachten und Polypen, die als Vorläufer des Darmkrebses gelten, entfernen. 

Die Erlaubnis die Vorsorgekoloskopie durchzuführen ist an den Nachweis von strengen Qualitätskriterien gebunden.

Der Untersucher muß eine regelmäßige Anzahl an Untersuchungen und auch endospische Eingriffe, wie Polypektomien belegen können. Auch muß er an der regelmäßigen Überprüfung seiner Gerätschaften durch ein unabhängiges Hygieneinstitut teilnehmen und somit die einwandfreie Aufbereitung der Instrumente beweisen. Eine Furcht vor Unsauberkeit oder Krankheitsübertragung ist also unbegründet.

Im Raum Amberg/Sulzbach erfüllen drei Ärzte in ihrer Praxis die Voraussetzungen und haben im Jahr 2003 insgesamt 777 Vorsorgekoloskopien durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 170 Polypen als mögliche Krebsvorstufen abgetragen. 

Seit dem 1.10.2002 haben alle Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherungen ab dem 55. Lebensjahr einen Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie sowie , bei unauffälliger Erstuntersuchung, erneut nach 10 Jahren. 

Leider nehmen nur 44% der Frauen und 14 % der Männer überhaupt Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch. Um die Rate der Darmkrebsvorsorge zu erhöhen haben eine Reihe Prominenter aus Funk und Fernsehen sich selbst in den Dienst der guten Sache gestellt und untersuchen lassen.

Was sollte der Patient bei der Darmspiegelung beachten?

Nach einer kurzen Information über den Untersuchungsablauf wird dem Patienten ein Medikament zur Darmreinigung mitgegeben.Dieses sollte möglichst kühl und schluckweise eingenommen werden. Danach kann er reichliche Mengen klarer Flüssigkeiten wie Wasser, Tee, Brühe aber auch ein Glass Bier oder Weißwein trinken. Milch und Rotwein sollte er aber meiden. Auch ist es sinnvoll bereits einige Tage vor der Untersuchung auf Vollkornprodukte und kleinkerniges Obst wie Weintrauben und Wassermelonen zu verzichten, da die Kerne die Absaugvorrichtung der Endoskope verlegen können.

Am Untersuchungstag ist nicht zu eng anliegende Kleidung sinnvoll, da bei der Darmspiegelung Luft in den Darm eingebracht wird um jede Falte des Darmes betrachten zu können. Diese kann am Ende der Untersuchung nicht komplett abgesaugt werden und verbleibt noch einige Zeit im Darm. 

Nach der Untersuchung ist es zweckmäßig für eine Begleitung zu sorgen, insbesonders wenn die Untersuchung mit einer Beruhigungsspritze durchgeführt wird. Ob diese beim Einzelnen erforderlich ist kann im vertrauenvollen Gespräch mit dem Untersucher besprochen werden.

Patienten die auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind sollten dies auch bei dem Erstgespräch erwähnen.Die Dosis muß für die Untersuchung gegebenenfalls angepaßt werden, oder eine andere Medikation für den Untersuchungstag kann erforderlich sein.

Operation - und ab nach Hause: Auch bei Leistenbruch ambulante OP erfolgreiches Verfahren

Operation - und ab nach Hause: Auch bei Leistenbruch ambulante OP erfolgreiches Verfahren

Sulzbach-Rosenberg.  Durch moderne Operationsverfahren können Leisten-
bruchoperationen heute sicher und für den Patienten komfortabel ambulant durchgeführt werden.

Der Krankenhausaufenthalt würde damit überflüssig und dem Gesundheitswesen blieben allein dadurch 200 Millionen Euro an Kosten pro Jahr erspart. Tatsächlich erfolgt die Mehrzahl dieser Operationen in Deutschland aber immer noch stationär.

Die zeitgemäße Versorgung des Leistenbruchs erfordert ein Verfahren, das neben hohem Patientenkomfort die rasche Genesung des Operierten gewährleistet bei gleichzeitig geringer Gefahr, dass wieder ein Bruch entsteht. Bei jährlich über 200.000 Leistenbruchoperationen in Deutschland ist außerdem die Einfachheit und Standardisierbarkeit der Operation von besonderer Bedeutung.

Während früher die Bruchlücke in der Bauchwand durch Nähte verschlossen wurde, so geschieht das heute bereits bei jeder zweiten Operation durch feine Nähte aus Kunststoff. Diese werden sowohl bei offenen Bruchoperationen, als auch bei endoskopischen Operationen (Schlüssellochchirurgie) verwendet.

Da die neuen Operationsmethoden durch die Verwendung von Netzen spannungsfrei erfolgen, sind die Schmerzen im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden deutlich vermindert. Das umgebende Gewebe durchwächst das Netz und festigt so die Schwachstelle in der Bauchdecke. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten. Bereits zwei bis drei Stunden danach ist der Operierte wieder gehfähig und kann nach Hause gebracht werden.

Laut Dr. Martin Pöllath, niedergelassener Chirurg in Sulzbach-Rosenberg und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Chirurgen der Oberpfalz, bieten Netztechniken wie insbesondere die Operation mit dem PERFIX-PLUG-Netzschirmchen eine Reihe von Vorteilen gegenüber den älteren Techniken zur Reparation eines Leistenbruchs.  Eine Reihe von Chirurgen haben sich mittlerweile auf diesem Gebiet spezialisiert und versorgen ihre Patienten erfolgreich ambulant und mit Netz. 

Dr. Pöllath setzt diese Operationsmethode seit Oktober 2000 in seiner Praxis ein. Wie eine Nachuntersuchung von 115 Patienten aus den ersten 3 Jahren ergab, waren diese Patienten mit dem Behandlungsergebnis äußerst zufrieden. Alle würden sich ausnahmslos wieder ambulant operieren lassen.

Post von Prostata-Scharlatanen

Post von Prostata-Scharlatanen

"Schützen Sie Ihre Manneskraft und Würde", "Hüten Sie sich vor allem, was Schulmediziner bei Prostatabeschwerden empfehlen". So beginnen ominöse Werbeschreiben, die in letzter Zeit auch viele Männer aus unserer Region erhielten. Ein gewisser Dr. Zimmermann und ein Dr. Weissenberg preisen "natürliche Vitalstoffe" an, die in nur 3 Wochen alle Prostatabeschwerden, d.h. Beschwerden beim Wasserlassen, verschwinden lassen und noch dazu einen Schutz vor Prostatakrebs bieten. Doch damit nicht genug: "Sie werden Sex haben können, wie als junger Mann" versprechen die angeblichen Doktoren. Gleichzeitig wird vor schulmedizinischen Behandlungsmethoden gewarnt: "Bei der so genannten Hobeloperation wird ein glühender Draht in die Harnröhre geschoben, dieser frittiert die Prostata. 41% der Männer müssen danach für immer Windeln tragen, 88% sind impotent". Verhindern könne man dies durch regelmäßige Einnahme der natürlichen Präparate aus Zimmermanns Vitaminshop.

Dazu Dr. Dietrich Schreyer, Urologe und Vorstandsmitglied des Ärzteverbundes Oberpfalz Mitte: "Es handelt sich hier um Schreiben von Scharlatanen, vor denen man nur warnen kann. Kein pflanzliches Medikament kann in kurzer Zeit Prostatabeschwerden lindern und die Potenz bessern. Gefährlich, wenn nicht sogar kriminell wird es, wenn damit geworben wird, die "Vitalstoffe" könnten vor Prostatakrebs schützen und wenn Männer mit abenteuerlichen Behauptungen vom Arztbesuch abgehalten werden. Bei der geschilderten Prostataoperation handelt es sich um einen seit Jahrzehnten durchgeführten Routineeingriff, der bei entsprechender Indikation zu sehr guten Ergebnissen führt. Die angegebene Nebenwirkungsrate hat mit der Realität nichts zu tun."

Die Medikamente werden aus Holland bezogen und enthalten als Inhaltsstoff v.a. einen Sägepalmenextrakt, der in deutschen Apotheken zu einem wesentlich günstigeren Preis erhältlich ist. Interessant ist noch ein weiterer Aspekt: eine Nachfrage bei der Bayerischen Landesärztekammer ergab, dass ein Dr. Zimmermann, der sich einmal als Arzt für Urologie, ein anderes Mal als Arzt für Naturheilkunde bezeichnet, gar nicht als Arzt registriert ist. Nach weiteren Recherchen stellt sich mittlerweile die Frage, ob er überhaupt existiert.

Für alle angeschriebenen Männer hat Dr. Schreyer folgenden Ratschlag: "Lassen Sie sich bei entsprechenden Beschwerden von Ihrem Arzt ausführlich untersuchen und beraten. In vielen Fällen kann die gutartige Prostatavergrößerung mit modernen Medikamenten gut behandelt werden, nur zu einem kleinen Teil muss operiert werden. Einen Schutz vor Prostatakrebs in Form von Vitalstoffen gibt es nicht. Nur durch regelmäßige Vorsorge kann Prostatakrebs im Frühstadium erkannt und dann meist auch geheilt werden. Für die unseriösen Schreiben von Dr. Zimmermann und Dr. Weissenberg gibt es nur eine Verwendung: sofort in den Papierkorb."